LogiMAT 2026: wenn sich die Intralogistik in ein vernetztes intelligentes System verwandelt
Datum: 15. Mai 2026, Asseco CEIT
Auf der Messe LogiMAT 2026 haben wir als Asseco CEIT gemeinsam mit unserem strategischen Partner Tuskrobots Europe die Vision der modernen Intralogistik vorgestellt.
Diese besteht schon lange nicht mehr nur aus einzelnen Robotern oder automatisierten Geräten – sie entwickelt sich zu vollständig vernetzten Systemen, in denen Daten, Echtzeitsteuerung und die Fähigkeit, flexibel auf die Dynamik des Betriebs zu reagieren, eine Schlüsselrolle spielen.
Im diesem Kontext war der Hauptpunkt unserer Präsentation die Plattform Twiserion, die RTLS-Technologie, digitales Zwilling und Flottenmanagement von FTF/AMR zu einer Einheit integriert. Ihr Ziel ist es, nicht nur einen Überblick über das Geschehen in Echtzeit zu bieten, sondern auch die Möglichkeit, aktiv in Prozesse einzugreifen und diese über die gesamte Logistik hinweg zu optimieren.
Twiserion als Grundlage des digital gesteuerten Betriebs
Twiserion haben wir auf der LogiMAT 2026 als digitale Basis der Zukunft der Intralogistik vorgestellt. Seine Stärke liegt in der Vernetzung mehrerer Realitätsebenen – der physischen Materialbewegung, der Flottensteuerung und dem digitalen Betriebsmodell.
Digitales Modell der Lösungen der Firma Asseco CEIT, präsentiert auf der LogiMat 2026 Messe in der Umgebung der Twiserion Plattform
Das gesamte Konzept basiert auf der Schaffung einer digitalen Umgebung, die den realen Betrieb getreu widerspiegelt. Darin werden Layout, Zonen, Objekte und Entscheidungsstellen definiert, wodurch ein genaues digitales Abbild des Systems entsteht. Darauf aufbauend folgt die Steuerungslogik – von Steuerungsregeln für Flotten bis hin zu Reaktionen auf verschiedene Situationen, Alarme oder Zustandsänderungen.
Ein wichtiger Bestandteil sind auch Ausgaben in Form von Visualisierungen und Dashboards, die Rohdaten in verständliche Übersichten verwandeln. So haben sowohl Bediener als auch Management in Echtzeit einen Überblick über Leistung, Prozesszustand, Engpässe und die Entwicklung einzelner Materialflüsse.
Analytische Darstellung von Engpässen direkt in der Umgebung des digitalen Modells ermöglicht die Identifikation kritischer Betriebspunkte, an denen AGV/AMR unangemessen lange verweilten. Diese Stellen stellen potenzielle Hindernisse für den Materialfluss dar und gleichzeitig den größten Raum für die Optimierung des logistischen Prozesses.
Eines von mehreren verfügbaren Dashboards der Twiserion Plattformumgebung, vorbereitet für die Zwecke der LogiMat 2026 Messe, visualisiert einzelne Missionen (Transporte) von FTF/AMR, konkret die Dauer der einzelnen überwachten Missionsabschnitte innerhalb des gewählten Zeitintervalls. Solche Dashboards kann der Benutzer eigenständig aus verfügbaren Parametern und Metriken erstellen, je nachdem, welche Art von Ausgabe oder Analyse bevorzugt wird.
Digitaler Zwilling als lebendiges Abbild der Realität
Es handelt sich nicht um ein statisches Modell, sondern um eine Umgebung, in der jede Bewegung der Flotte, jede Mission und jede Interaktion mit dem RTLS-System sofort im digitalen Raum abgebildet wird. Dadurch lässt sich nicht nur der aktuelle Status überwachen, sondern auch ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge zwischen einzelnen Ereignissen gewinnen.
Die Fähigkeit, die physische und die digitale Welt miteinander zu verbinden, bietet sowohl den Bedienern als auch dem Management eine neue Form der Transparenz über die Funktionsweise des gesamten Systems. Zu den Ergebnissen zählen Bewegungs-Heatmaps, Routenanalysen, detaillierte Auswertungen von Stillstandszeiten, Geschwindigkeiten, Entfernungen, potenziellen Kollisionen und weiteren Parametern.
Ziel ist nicht nur das Reporting, sondern vor allem die Unterstützung fundierter Entscheidungen und die Optimierung von Prozessen.
Digitales Modell des realen Betriebs in der Umgebung der Twiserion Plattform mit der Möglichkeit der individuellen Einstellung einzelner Prozessentitäten nach Kundenanforderungen („on demand“). Die Darstellung zeigt die digitale Umgebung im Bearbeitungsmodus in orthografischer Draufsicht.
LogiMAT Showcase: vom Entwurf bis zur Analyse
Teil der Präsentation war auch eine „Live“-Demonstration der Arbeit mit Twiserion. Den Besuchern zeigten wir auch ein konkretes Szenario aus der Intralogistik. Es standen 4 Palettentypen (unterscheidbar nach Farbe) im Regal und 4 Palettentypen (unterscheidbar nach Farbe) auf dem Boden zur Verfügung.
Der Messestand von Asseco CEIT auf der LogiMAT 2026. Teil der Ausstellung waren Live-Demonstrationen des Flottenmanagements, Visualisierungen logistischer Prozesse sowie analytische Dashboards in Echtzeit.
Wir haben eine Demonstration einer intelligenten Lösung entworfen, die aus zwei miteinander vernetzten Prozessen besteht, die gemeinsam eine effiziente und zuverlässige Handhabung von Paletten in einer modernen Industrieumgebung gewährleisten. Der Hauptprozess konzentrierte sich auf das automatisierte Umlagern von Paletten derselben Farbe zwischen dem Regalsystem und dem Boden (Regal ↔ Boden). Jede Mission war so konzipiert, dass sie abgeschlossen wird und nicht unterbrochen werden kann. Das Ergebnis des Transports war, dass die Paletten untereinander ausgetauscht wurden. Die Reihenfolge der Missionen wurde nach dem FIFO-Prinzip festgelegt. Der Nebenprozess erweiterte den Gesamtblick auf die zuverlässige Handhabung von Paletten und deren Transport zu einer definierten Position; er konzentrierte sich auf das Umlagern von Paletten mittels eines autonomen mobilen Roboters (AMR). Die Steuerung ist einfach und intuitiv – der Start der Mission erfolgt direkt über das Display des Geräts, was eine schnelle Anpassung an die aktuellen Produktionsanforderungen ermöglicht.
Den Besuchern zeigten wir auch die Flexibilität in Form von Prioritätsmissionen, die eine sofortige Reaktion auf aktuelle Betriebsbedürfnisse ermöglichen. Ihre Aktivierung erfolgte über eine grafische Benutzeroberfläche, die auf einem PC direkt vor Ort installiert ist, wobei die Anwesenheit des Bedieners mittels RTLS-Technologie in definierten virtuellen Zonen verifiziert wurde.
Im Wochenendbetrieb optimierte die Lösung intelligent ihre Tätigkeit – sie schloss laufende Aufgaben ab, nahm jedoch keine neuen an.
Einstellung der kompletten Steuerungslogik direkt in der Umgebung der Twiserion Plattform. Die Steuerungslogik basiert auf dem Flussdiagramm des Tools Process Designer. Der Prozess ist in zwei Ebenen unterteilt – die höhere Ebene des logistischen Prozesses ist im Process Designer Diagramm definiert, das die konkrete Implementierung der unteren Steuerungsebene verbindet, die im Tool Behavior Designer in der Programmiersprache C# realisiert wird. Für jeden Prozess können zudem Benachrichtigungen oder weitere Folgeaktionen definiert werden.
Übersicht der aktuell laufenden Prozesse einschließlich Historie in der Umgebung der Twiserion Plattform mit der Möglichkeit der Überwachung und Visualisierung des Status der einzelnen Missionen, deren Start, Prioritätseinstellungen für einzelne Missionen, Beginn der Durchführung einzelner Missionen und weiterer Betriebsparameter. Bestandteil der Benutzeroberfläche sind auch Action Buttons, die eine schnelle Benutzerintervention in den Prozess und die operative Steuerung des Systems ermöglichen.
Zum Abschluss
Das Feedback zu unserer „Live“-Demonstration war groß, die Messebesucher hatten viele Fragen. Die größte Aufmerksamkeit erhielt vor allem die Integration der ausgestellten Software und Hardware sowie deren Zusammenarbeit in Echtzeit. Die Besucher schätzten auch die Idee, dass der Kunde das gesamte System bis zu einem gewissen Grad eigenständig verwalten kann, was seine Flexibilität und Unabhängigkeit deutlich erhöht.
Twiserion überzeugte auch im Vergleich zur Konkurrenz – vor allem dank der Nutzung einer 3D-Umgebung, einer Multitenant-Architektur und eines voll webbasierten Zugangs, der eine einfache Verfügbarkeit ermöglicht. Aufmerksamkeit erregten wir auch bei bedeutenden Industrieakteuren, darunter Vertreter von VW Wolfsburg sowie Unternehmen, die sich auf FTF-Technologien spezialisiert haben und Interesse an einer Zusammenarbeit insbesondere im Bereich Steuerung und deren Integration zeigten.
LogiMAT 2026 war eine Bestätigung, dass das, was wir zu Hause entwickeln und testen, auch auf der internationalen Bühne seinen Platz hat. Die vorgestellte Lösung bestätigte ihr Potenzial als moderne, benutzerorientierte Plattform für die Automatisierung der Intralogistik. Das positive Echo von der Messe, einschließlich des Interesses bedeutender Industrieakteure, bestätigt, dass genau diese Ausrichtung der richtige Weg ist. Die Lösung stellt eine starke Basis für die weitere Entwicklung, Erweiterung der Funktionalitäten und den Aufbau von Partnerschaften im Bereich der intelligenten Automatisierung dar.








